Saturn in den Fischen

Bildausschnitt – Der Fischzug – von Annemarie Singer

Kristallklare Urteilsfähigkeit trifft auf intuitive Hellsichtigkeit

Seit dem 4. November 2024 läuft Saturn wieder direkt und startet erneut seine Reise durch das Zeichen Fische. Von Mai bis September 25 macht er einen kleinen Schlenker ins Widder-Zeichen und kehrt von Oktober 25 bis Februar 26 noch mal zurück die Fische. Es können wahrhaft wundersame Zeiten werden, in denen uns vieles offenbart wird. Die Fische symbolisieren die All-Einheit, die Aufhebung der Trennung zwischen ICH und Außenwelt (dem DU), das unbegreifliche Mysterium des Seins, das wir nur erfahren können, wenn wir aufhören zu urteilen und uns dem göttlichen Ganzen öffnen und hingeben. Saturn hingegen muss urteilen! Er ist Verwalter der Realität, der Tatsachen und Fakten und auch der Regeln und Formen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Er symbolisiert das, in uns natürlich angelegte, Prinzip des Gewissens. Des Gewiss-Seins(!), dass wir Teil einer Gemeinschaft und Teil der Natur auf unserem Planeten sind.

Natürliches Gewiss-Sein!

Mit allen Säugetieren teilen wir Menschen, dass wir bereits mit einem gesunden inneren „Richtmaß“ geboren werden. Noch bevor uns etwas anerzogen wird, verfügen wir über ein natürliches Empfinden für Gerechtigkeit und für das, was im Sinne des Lebens „richtig“ ist. Erst im Laufe unserer Sozialisierung lernen wir die Regeln der Gesellschaft, in der wir aufwachsen. Verstoßen wir gegen natürliche Gesetzmäßigkeiten, so „wissen“ und spüren wir das. Wir können unser Gewiss-Sein aber auch wegschieben, vor allem wenn es uns unbequem wird. 

Pathologische Moral

Regeln und Gesetze sind von Gesellschaft zu Gesellschaft ganz unterschiedlich. Neben gemeinschaftsfördernden Regeln, gibt es auch Regeln und Gesetze die unserem natürlichen Empfinden widersprechen. Sie entstehen aus der Abwesenheit persönlicher Verantwortung. Verantwortung verstehe ich im Sinne von „Antwort auf das Leben“, eingeschlossen die Tatsache, dass wir Menschen sind und Fehler machen. Dennoch sind wir verantwortlich für das was wir tun oder lassen. Wenn diese persönliche Verantwortung fehlt entsteht leicht eine „pathologische“ Moral. Sie äußert sich in Aussagen wie Z.B.:

 „Das tut man nicht“, „das sagt man nicht“, „das gehört sich nicht“, „du wirst schon sehen wohin das führt“, „das muss so sein, alle machen es so“, „wo kämen wir hin, wenn alle das machen würden“, „das darf nicht hinterfragt werden“…etc.

Solche Aussagen sind sinnlos weil aus ihnen keine echte Einsicht wachsen kann und darüber hinaus sind sie beschämend! Sie entlarven diejenigen, die vorgeben genau zu wissen was richtig und was falsch ist und die ihre Autorität (Saturn) missbrauchen um andere andere klein zu halten. Denn im unpersönlichen „man“ oder „alle“ gibt es keine Chance zu lernen, keine Möglichkeit zu verstehen, wie z.B. ein begangenes Unrecht konkret wieder gut gemacht werden kann. Je strenger die Moral und die Verbote einer Gesellschaft sind, desto mehr fördern sie Heimlichkeiten und Kriminalität.

Merkur als Denk -Ver – Bote?

Von „gehört sich nicht“ – , „tut man nicht“ – „denkt man nicht“ – und „sagt man nicht“ – Botschaften sind wir zurzeit kollektiv regelrecht überflutet (Fische) während Saturn, der Hüter unseres Gewissens, unserer Fähigkeit zur Verantwortung, die schillernden und nicht immer durchsichtigen Gewässer der Fische durchquert. Wir sind z.B. mit verwirrenden (Fische) Regeln (Saturn) und Tabus in unserer Sprache konfrontiert. Es gibt Worte oder Begriffe die „man“ nicht mehr sagen darf und für die sogar Geldstrafen fällig werden können, wenn man sie dennoch ausspricht. Es scheint wie ein seltsam undurchschaubares Um-Erziehungsprogramm mit dem wir verwirrt werden, wie „Neusprech“ oder „Doppeldenk“ im Roman 1984 von Aldous Huxley. Auf dem Cover der Printausgabe des Stern von Anfang Dezember 23 steht: „Was darf ich heute noch sagen“?

Ich befürchte, die pathologischen Moralisten wollen aus Merkur, dem flinken Götterboten, der offen mit jedem über alles und jedes plaudert und dem keine Wahrheit verborgen bleibt, einen „Rede-und Denkver-Boten“ machen. Ich bin sicher, es wird ihnen nicht gelingen! 

Bildausschnitt – Masken – von Annemarie Singer

Das „Wir wussten es nicht“ – Mantra

„Ich wasche meine Hände in Unschuld“. (Pontius Pilatus, als er sein Urteil über Jesus sprach und sich damit der Verantwortung entzog). Die Annahme von Schuld entspricht Saturn (Verantwortungsfähigkeit), die Reinwaschung (Weihwasser) entspricht dem Zeichen Fische.

Die Hände in Unschuld waschen – ist eine Schattenseite der Konstellation von Saturn in den Fischen – sie weist jegliche Verantwortung für das eigene Handeln zurück. Schauen wir uns die Entscheidungen der vergangenen Jahre, und den aktuellen Umgang mit den Folgen vieler dieser Entscheidungen an: Es gab zwar Aussagen wie z.B. „Wir werden uns noch viel zu verzeihen haben“, aber keine Aufarbeitung. Statt dessen eine Litanei von: „Wir wussten ja nicht, dass Lockdowns den Kindern und Jugendlichen so sehr schaden, wir wussten ja nicht, dass der „Impfstoff“ nicht so wirkt, wie angepriesen… wir dachten ja nicht, dass die Wirtschaft so extrem einbrechen würde… Und ganz aktuell: „Wir ahnten ja nicht, dass so viele Migranten unsere Aufnahmekapazitäten überfordern würden, wir dachten ja nicht das die grüne Energiewende schief gehen würde, wir hatten keine Ahnung, dass mit den Finanzen und dem Staatshaushalt was schiefläuft…“  

Flucht aus der Verantwortung

Diese angeblich Ahnungslosen fischen im Trüben! Sie sind an Klarheit und Transparenz nicht interessiert oder haben Angst davor. Sie wollen uns weismachen wir hätten nur noch nicht richtig verstanden, dass doch alles super gelaufen ist und läuft. Sind sie so vernebelt (Fische), dass sie es wirklich glauben? Verdrängung und Leugnung von Verantwortung haben Hochkonjunktur. Staatsmänner und -frauen waschen ihre Hände in Unschuld und erklären, dass es nun mal so sein muss und man in bestimmten Fällen keine Rücksicht nehmen darf. Ihre pathologische Moral rechtfertigt sogar, dass sie Kriege unterstützen und Waffen liefern mit denen, in unfassbarem Ausmaß, unschuldige Menschen getötet werden. Auch wenn sie das noch vor wenigen Jahren weit von sich gewiesen hätten!

Sie glauben, sie müssen ihre Verbündeten zufriedenstellen und sollten keine Friedensverhandlungen fordern um deren Vormachtstellungen nicht zu gefährden… Sie müssen sich auf eine Seite schlagen und die andere Seite (in sich) zum Schweigen bringen. Sie müssen sich selbst glauben machen, sie hätten die Angelegenheit im Griff. Ihre Sucht (Fische) nach Anerkennung (Saturn) macht sie blind. Aber die Flucht aus der Verantwortung (Saturn) in eine Welt der Lügen, Selbsttäuschungen (Schattenseite der Fische) über erbrachte Leistungen (Saturn) ist zum Scheitern verurteilt. Früher oder später fällt das Lügengebäude (Fische) zusammen und die Frage nach der Verantwortung (Saturn) stellt sich erneut.

Die Wirklichkeit mit neuen Augen sehen

Es gibt natürlich die positiven und segensreichen Seiten von Saturn in den Fischen! Er nimmt sich das Recht Hintergründe aufzudecken. Er übernimmt die Verantwortung für seine Verdrängungen! Er erlaubt anderen Kritik zu üben. Er vertraut (Fische) den kosmischen Gesetzen, einer Ordnung die größer und umfassender ist als menschengemachte Gesetze. Er lernt die Wirklichkeit mit anderen (inneren) Augen zu sehen.

Mit Saturn in den Fischen können wir uns persönlich fragen: „Was sagt meine innere Stimme, wenn es um Urteilen und Verurteilen geht. Vor allem, wenn es darum geht auf der gesellschaftlich anerkannten, „richtigen“, Seite der „Guten“ zu stehen? Erst wenn wir uns erlauben zu Zweifeln, zu hinterfragen und den (Selbst-)Lügen auf die Spur zu kommen, sehen wir das ganze Bild. Unser Bewusstsein erweitert sich, wir lernen die inneren Augen (Fische) zu öffnen und zu sehen was unsere persönliche Aufgabe (Saturn) in dieser Zeit ist.

Zum Glück haben viele Menschen noch ein gesundes, inneres Richtmaß, auch wenn sie zu den Geschehnissen – noch – schweigen. Sie wissen wenn etwas nicht stimmt, ihr inneres Richtmaß ist noch intakt.